Relaunch eines hochkomplexen digitalen Ökosystems
Kontext
Die Charité zählt zu den größten Universitätskliniken Europas. Der zentrale Webauftritt umfasst mehrere Klinik-Campusse, universitäre Einrichtungen, Dienstleistungen, Versorgungszentren, Forschungseinheiten sowie ein Intranet.
Es existierten fast 200 Microsites von Instituten, Forschungsgruppen und Organisationseinheiten – historisch gewachsen, inhaltlich und technisch heterogen und strukturell kaum verbunden.
Ziel war ein grundlegender Relaunch des zentralen Auftritts unter Einbezug der Stakeholder.
Barrierearm, mit klarer Ordnung und Zukunftsfähigkeit.
Zentrales Problem
Das Hauptproblem war nicht Design oder Technik, sondern Struktur und Verantwortung:
- extrem unterschiedliche Zielgruppen
(Patient:innen, Studierende, Forschende, Mitarbeitende, Öffentlichkeit) - gewachsene Seitenstrukturen ohne einheitliche Logik
- viele dezentrale Stakeholder mit eigenen Anforderungen
- hohe inhaltliche und organisatorische Sensibilität
Die zentrale Frage lautete:
Wie lässt sich ein so komplexes System konsistent strukturieren, ohne es zu vereinfachen oder zu zentralisieren?
Mein Ansatz
Ich habe konzeptionell an der Klammer des Gesamtsystems gearbeitet:
- Analyse der bestehenden Seitenlandschaft
- Entwicklung einer übergeordneten Informationsarchitektur
- Definition klarer Seitentypen, Rollen und Zuständigkeiten
- Strukturierung der Beziehung zwischen zentralem Auftritt und Microsites
- UX-Konzepte für Navigation, Einstiegspunkte und Nutzerführung
- enge Abstimmung mit Redaktion, Technik und Organisationseinheiten
Der Fokus lag darauf, Orientierung und Skalierbarkeit zu schaffen – nicht auf kurzfristige kosmetische Lösungen.
Ergebnis
- konsistente Grundstruktur für zentrale und dezentrale Inhalte
- klare Navigations- und Einstiegskonzepte für unterschiedliche Zielgruppen
- belastbare konzeptionelle Grundlage für Design, Entwicklung und Redaktion
- ein System, das wachsen kann, ohne erneut unübersichtlich zu werden
Erkenntnis
In hochkomplexen Organisationen ist UX vor allem Strukturarbeit.
Gute Lösungen entstehen dort nicht durch Vereinfachung, sondern durch klare Ordnungsprinzipien und nachvollziehbare Entscheidungen.